Oberösterreich



Oberösterreich grenzt an Deutschland, an Tschechien, an Niederösterreich, an die Steiermark und an Salzburg. Mit einer Fläche von 11.981,92 km² und 1,4 Millionen Einwohnern ist es das viertgrößte Bundesland.

Geographie
Oberösterreich hat Anteil an vier großen Naturräumen: Das Mühlviertel nördlich der Donau gehört zum Böhmischen Massiv (Granit- und Gneishochland) und ist eine typische Mittelgebirgslandschaft mit nordwärts zunehmenden Höhen (Böhmerwald). Die höchste Erhebung ist der Plöckenstein mit 1379 m.

Südlich der Donau hat Oberösterreich Anteil am nördlichen Alpenvorland, einer teils flachen, teils hügeligen Wald- und Wiesenlandschaft mit intensiver Landwirtschaft. Sie nimmt den größten Teil der Landesfläche ein. Im Westen des Bundeslandes liegt der Hausruck, eine teils bewaldete Hügelkette (max. 801 m); westlich schließt sich der Kobernaußer Wald an, der im Gegensatz zum Hausruck noch sehr dicht bewaldet ist.

Den Alpen unmittelbar vorgelagert ist die Flyschzone, ein aus Ton- und Sandsteinen aufgebauter, teils stärker bewaldeter Mittelgebirgsstreifen. Die größte Breite erreicht er zwischen Mond- und Traunsee.

Die südlich anschließenden Nördlichen Kalkalpen bestimmen das Landschaftsbild des Salzkammergutes und der Pyhrn-Eisenwurzen-Region. Die wichtigsten Gebirgszüge sind das Höllengebirge, die Ennstaler Alpen, der Dachstein (mit dem einzigen Gletschergebiet des Landes) und das Tote Gebirge. Die oberösterreichischen Alpen erreichen ihren höchsten Punkt im Hohen Dachstein (2995 m).


Geologie
Nördlich des Donautales befindet sich die Böhmische Masse (auch Böhmisches Massiv), die geologisch älteste Landschaft Österreichs. Sie besteht im westlichen Teil aus dem Moldanubikum, im östlichen Teil (außerhalb von OÖ) aus dem Moravikum. Die Böhmische Masse stellt den Sockel eines abgetragenen, einstigen Hochgebirges (Grundgebirge genannt) dar, das im Zuge der Variszischen Orogenese (Gebirgsbildung) im Paläozoikum entstand. Weitere Reste dieser Gebirgsbildung in Mitteleuropa sind die deutschen Mittelgebirge. Es dominieren saure Plutonite wie Granite und Gneise. Das an sich zur Gänze abgetragene Gebirge wurde vermutlich im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung in Schollen gebrochen und etwas gehoben, wodurch seine heutige Topographie eines Hügellandes resultiert. Südlich der variszischen Gebirgskette erstreckte sich damals das Meer der Tethys, das beim Auseinanderdriften der Kontinentalplatten gegen Ende des Paläozoikums immer größer wurde. Unter tropischen/subtropischen Bedingungen wurden hier während des Mesozoikums jene Sedimente abgelagert, die dann später, bei der alpidischen Gebirgsbildung, die gegen Ende der Kreide einsetzte, überschoben und nach Norden transportiert wurden (Nördliche Kalkalpen). Während sich die Alpen zunächst als Inselkette aus der Tethys erhoben und immer weiter anwuchsen, setzte zur selben Zeit ein Abtragungsprozess des jungen Gebirges ein, der jedoch das schnelle Maß der Hebung nicht ausgleichen konnte, und so wuchsen und wachsen die Alpen bis heute weiter. Das nach Norden hin transportierte Material der Abtragung wurde zunächst in den flachen und immer schmaler werdenden Arm der Tethys zwischen den Alpen im Süden und dem Kontinent im Norden abgelagert (Meeresmolasse). So wurde bei gleichzeitig andauernder Hebung der Alpen und nordwärts gerichteter Bewegung der afrikanischen Platte der Meeresarm zugeschüttet (Süßwassermolasse) und es entstand das heutige Bild der geologischen Dreiteilung Oberösterreichs in die Böhmische Masse im Norden, die Molasse (auch: Tertiärhügelland, also die klastischen Sedimente der Erosion in den Alpen) in der Mitte und den Nördlichen Kalkalpen im Süden. Der in der Trias entstandene Kalk, etwa im Dachstein-/Hallstättergebiet, ist reich an Fossilien. Besondere Fundorte für Ammoniten sind die Berge um Gosau, westlich des Dachsteines (östlichster Alpengletscher, nachdem der Triglav-Gletscher leider nicht mehr als solcher zu bezeichnen ist) gelegen.

Der Salzachgletscher Der unserem Holozän vorangegangene Teil der Erdgeschichte, das Quartär oder Eiszeitalter, hat das heutige Landschaftsbild Oberösterreichs im Alpenvorland und in den Alpen am deutlichsten geprägt. Es war dies die Zeit der bis heute letzten großen Vereisungsphase in den Alpen, in welcher das Gebirge zu den größten Teilen von Eismassen bedeckt war, die mit gewaltigen Gletscherzungen weit ins Vorland hinaus vorstießen. Neben dem Traungletscher stieß der Salzachgletscher ins heutige Oberösterreich vor und übertraf diesen an Größe beträchtlich. Gespeist von den Eismassen der Zentralalpen wälzte sich der Gletscher mindestens viermal (so die klassische Quartärstratigraphie) durch das Salzachtal und das Salzburger Becken nach Norden, um sich dann in ein verzweigtes, fächerförmiges System an Seitengletschern auszubreiten.


Gebirge
Dachsteinmassiv, Höllengebirge, Sengsengebirge, Totes Gebirge, Reichraminger Hintergebirge


Seen
Praktisch alle der großen oberösterreichischen Seen liegen im Salzkammergut, so etwa Almsee, Attersee, die Gosauseen, Hallstätter See, Irrsee, Langbathseen, Mondsee, Offensee, Traunsee und Wolfgangsee

Flüsse
Alm, Aschach, Donau, Enns, Inn, Krems, Große Mühl, Kleine Mühl, Naarn, Salzach, Steyr, Traun, Aist, Antiesen, Trattnach


Heutzutage wird im Allgemeinen der Bereich zwischen den Städten Linz, Eferding, Wels, Steyr und Enns als Zentralraum bezeichnet.


Kultur
Neben der Kulturförderung betreibt das Land Oberösterreich auch selbst einige Kultureinrichtungen wie etwa das Oberösterreichische Landesmuseum oder das Landestheater in der Landeshauptstadt Linz.

In Oberösterreich gab es im Jahr 2004 31 Kinos mit 84 Kinosälen und rund 2,8 Millionen Kinobesuchen. Nach einem langjährigen Rückgang dieser Zahlen mit einem Tiefpunkt im Jahr 1992 mit nur 1,2 Millionen Kinobesuchen bzw. 1994 mit nur 60 Kinosälen stiegen die Zahlen seither wieder an und halten nun einen Wert der in etwa jenem Anfang der 1970er-Jahre entspricht. Die Struktur hat sich jedoch zugunsten von Megaplex-Kinos und auf Kosten von Kleinkinos mit ein und zwei Sälen verändert, von denen es 2004 nur noch 22 gab. Dem gegenüber stehen fünf Kinos mit drei bis fünf Sälen und vier Kinos mit mehr als sechs Sälen.

Schutzpatron von Oberösterreich sind der Heilige Florian und der Heilige Leopold.

Quelle