Burgenland
Das Burgenland grenzt im Osten an Ungarn und im Westen an Niederösterreich
und die Steiermark. Im Süden hat es eine wenige Kilometer lange Grenze
mit Slowenien, im Norden eine nur wenig längere Grenze mit der Slowakei.
Die Gesamtlänge der Außengrenze zu den Nachbarstaaten, die bis 2008
noch Schengen-Außengrenze ist, beträgt 397 km. Die Form des Bundeslandes,
geprägt vom Neusiedler See im Norden und den Ausläufern der Alpen
im hügeligen Süden, ist länglich, wobei es mittig eine Breite
von nur 4 km aufweist.
Geschichte
Bis 1920/21 gehörte das seit den Türkenkriegen vorwiegend deutschsprachige
Gebiet zur ungarischen Reichshälfte von Österreich-Ungarn (Deutsch-Westungarn).
Nach jahrelangen Kämpfen und Verhandlungen nach dem Ersten Weltkrieg wurde
es in den Verträgen von St. Germain und Trianon der Republik Österreich
zugesprochen.
Nach heftigen Protesten Ungarns wurde jedoch für die Gegend um Ödenburg (Sopron), das als Hauptstadt des neuen Bundeslandes vorgesehen war, eine Volksabstimmung durchgeführt, die zum Verbleib Ödenburgs bei Ungarn führte. Die Seriosität der Volksabstimmung, von den ungarischen Behörden unter italienischer Aufsicht durchgeführt, wurde von vielen bezweifelt. Die Gemeinden um Ödenburg stimmten für Österreich (blieben aber dennoch bei Ungarn), in Ödenburg selbst ergab sich eine Mehrheit für Ungarn.
Die Aufnahme in die Republik Österreich wurde im Bundesverfassungsgesetz über die Stellung des Burgenlandes als selbständiges und gleichberechtigtes Land im Bund und über seine vorläufige Einrichtung vom 25. Jänner 1921 geregelt. Von einigen Befürwortern der Eingliederung in die Republik Österreich wurde die Landesbezeichnung Heinzenland (nach dem Hianzn-Dialekt) propagiert, der Vorschlag Burgenland setzte sich aber durch.
Aufteilung des Königreiches Ungarn im Vertrag von TrianonDer Name „Burgenland“
erinnert daran, dass das Land aus Teilen von vier altungarischen Komitaten zusammengesetzt
ist („Vierburgenland“):
Pressburg (slowak. Bratislava, ungar. Pozsony)
Wieselburg (ungar. Moson)
Ödenburg (Sopron)
Eisenburg (Vas).
Bis 1925 war Bad Sauerbrunn provisorischer Sitz der Landesregierung und -verwaltung,
bis dann die bis dahin relativ unbedeutende Kleinstadt Eisenstadt (Ungarisch:
Kismarton) Hauptstadt des Burgenlands wurde.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurden die Städte Eisenstadt und Rust und die Bezirke Eisenstadt, Mattersburg, Neusiedl am See und Oberpullendorf per 15. Oktober 1938 dem Reichsgau Niederdonau zugeschlagen, die Bezirke Güssing, Jennersdorf und Oberwart dem Reichgau Steiermark (siehe Gesetz über Gebietsveränderungen in Österreich, GBlLÖ Nr. 443/1938). Mit der Wiedererrichtung der Republik Österreich 1945 entstand auch das Bundesland Burgenland wieder. Bis 1955 gehörte es zur sowjetischen Besatzungszone, bis 1989 stand jenseits der Ostgrenze der Eiserne Vorhang.
Geografie
Das Burgenland weist eine Fläche von 3.965,46 km² auf, und teilt eine
397 km lange Grenze zum Großteil mit Ungarn, zu kleinen Teilen auch mit
Slowenien und der Slowakei. Das Nordburgenland ist im Vergleich zum Südburgenland
sehr flach und gehört landschaftlich großteils zur Pannonischen Tiefebene.
Hier liegt der Neusiedler See, ein von einem breiten Schilfgürtel umgebener
Steppensee, das „Meer der Wiener“. In seiner Nähe bietet das
Naturschutzgebiet Lange Lacke seltenen Vogelarten ein Refugium.
Im Jahr 1992 wurde in diesem Gebiet der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel gegründet, der grenzüberschreitend im ungarischen Nationalpark „Ferto-Hanság“ seine Fortsetzung findet.
Höchste Erhebung des Burgenlandes ist der 884 m hohe Geschriebenstein.
Tiefster Punkt ist der Hedwighof (Gemeinde Apetlon – Bezirk Neusiedl am See) mit 114 m. Tiefste Gemeinde ist Illmitz mit 116 m.
Der Geographische Mittelpunkt des Burgenlandes, (Koordinaten: 47°28'34 N, 16°34'24 O) liegt im Gemeindegebiet von Frankenau-Unterpullendorf und wurde von Geographen des Burgenlandes durch den „Mittelpunktstein“ (Basaltstein vom Pauliberg) markiert.
Im Süden ist sind Riedel landschaftsprägend.
Flüsse
Beinahe die gesamte Fläche des Burgenlandes entwässert über die
Raab in die Donau. Während der Neusiedler See über den Einserkanal
tributär ist, bestimmen im Südburgenland die Pinka und die Raab selbst
die Gewässer. Lediglich im äußersten Norden bildet die Leitha
den historischen Grenzfluss zu (Nieder-)Österreich.
Klima
Das Burgenland hat Anteil am illyrischen Klima im Südburgenland und am
pannonischen Klima in den restlichen Landesteilen. Das Mittel- und Nordburgenland
ist stärker kontinental geprägt als der Landessüden. Die durchschnittlichen
Temperaturen betragen hier zwischen -2 °C und -4 °C im Januar und etwa
21 °C im Juli.
Gliederung
Das Burgenland ist in 7 politische Bezirke und 2 Statutarstädte gegliedert.
Der Landespatron für das Burgenland ist der Hl. Martin Bischof von Tours.
Weinbau
Das Burgenland ist mit Niederösterreich das wichtigste Weinbaugebiet Österreichs.
Über 16.000 Hektar werden im burgenländischen Weinbau bewirtschaftet.
Es wird untergliedert in die Weinbauregionen Neusiedlersee (7303 Hektar), Neusiedlersee-Hügelland
(3923 Hektar), Mittelburgenland (2326 Hektar) und Südburgenland (507 Hektar).
Kultur
Kulturell bietet das Land vor allem im Sommer viel, mit den Operettenfestspielen
Mörbisch auf der wunderschönen Seebühne am Neusiedler See, den
Opernfestspielen im St. Margarethener Römersteinbruch, den Schlossspielen
Kobersdorf oder den Burgspielen Güssing. Durch die vielen Minderheiten
ist das Volksbrauchtum im Burgenland besonders reichhaltig. Es werden nämlich
auch von den Minderheiten kulturelle Veranstaltungen wie z. B. kroatische oder
ungarische Heimatabende abgehalten.
Für die Region typisches Storchennest
Das Burgenland hat auch der Jugend sehr viel zu bieten. So werden in Wiesen
von Juni bis September zahlreiche Konzerte mit Weltstars in den Musikrichtungen
Rock, Reggae, Alternativ und Jazz durchgeführt, die tausende Jugendliche
aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland anlocken (z. B.: Nova
Rock Festival).
Tourismus
Der Tourismuszahlen im Burgenland wurden in den letzten Jahren kontinuierlich
besser. Jedoch kann es bei den Nächtigungszahlen nicht mit den Tourismushochburgen
im Westen Österreichs mithalten. Zugpferde des Tourismus im Burgenland
sind der Neusiedler See, die Thermen Lutzmannsburg (Sonnentherme), Stegersbach
und Bad Tatzmannsdorf. Besonders beliebt ist das über 5.000 km lange Radwegenetz.
Obwohl der nördliche Teil des Burgenlandes eher flach ist, können
Radtouren anstrengend werden, wenn der Wind durch das Land zieht.
Quelle